Hintergründe

Aus dem Auge, aus dem Sinn! So lautete in Deutschland und anderswo lange Jahre das Motto in der Entsorgung, damals noch Müllabfuhr genannt. Aspekte der Entsorgung kamen erst dann zum Tragen, wenn ein Gut nicht mehr gebraucht wurde. Bei der Entwicklung, Konstruktion und Produktion von Gütern spielte die spätere Entsorgung allenfalls eine untergeordnete Rolle. An die Vermeidung und Verwertung wurde lange überhaupt nicht gedacht.

Diese Ex-und-Hopp-Zeiten sind vorbei, die Situation heute hat sich entscheidend verändert. Das gestiegene Umweltbewusstsein und die Erkenntnis, dass die Ressourcen der Erde nicht grenzenlos sind, führten zu einem bewussteren Umgang mit den Dingen, die wir nicht mehr brauchen. Mit dem Ziel, Abfälle zu vermeiden und möglichst viele Stoffe erneut zu nutzen, rückten Vermeidungsstrategien sowie Recycling- und Verwertungsmöglichkeiten in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses und der industriellen Forschung und Produktion.

Für zahlreiche unterschiedliche Stoffe werden marktwirtschaftlich gesteuerte Materialkreisläufe geschaffen. Über Recyclingtechnologien entstehen Stoffkreisläufe die eine Mehrfachnutzung der im Produkt enthaltenen Rohstoffe erlauben oder zumindest einen qualitätsabgestuften Einsatz als Sekundärrohstoff auf hohem Niveau ermöglichen.

Alle gesammelten Wertstoffe müssen verwertbar sein. Das erfordert eine hohe Sortenreinheit, für die neben einer frühzeitigen getrennten Erfassung zunehmende Sortier- und Demontageleistungen im Sinne einer "Produktion rückwärts" notwendig sind. Auf diesem Weg lassen sich die natürlichen Rohstoffreserven schonen und die Abfallmengen werden reduziert.

Effektive Stoffkreisläufe können aber nicht allein mit neuen Verfahren, Techniken und Leistungen der Entsorgung erreicht werden. Die Produktion von Gütern, ihre Verteilung, ihre Nutzung und ihre Entsorgung / Verwertung müssen als ein geschlossenes System gesehen werden, das althergebrachte Grenzen überwindet.

Nur wenn sich die aufeinanderfolgenden Stationen der Wirtschaftskette - Rohstoffgewinnung, Produktion, Konsum, Entsorgung - miteinander verzahnen, wenn branchenübergreifende Kooperationen und unterschiedliche Organisationsstrukturen jenseits der gewohnten Partnerschaften in Einzelmärkten entstehen, sind sinnvolle Lösungen möglich. Siehe BWS. Die Verpackungsverordnung und die Dualen Systeme weisen in die richtige Richtung.